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Phantom der Oper in Passau

Die Geschichte des Phantoms der Oper gehört zweifellos zu den ganz großen Musical-Themen überhaupt. Die tragische Liebesgeschichte vom entstellten Phantom Erik, das zurückgezogen in den Katakomben der Pariser Oper lebt und sich von seiner “Loge Nummer fünf” aus in das begabte Chormädchen Christine verliebt, spielt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gaston Leroux, der in der Belle Epoque zu Frankreichs bekanntesten Journalisten und Schriftstellern gehörte. Grenzsituationen des Lebens, das Mysterium des Todes und die phantastischen Elemente aus Romantik und Horror prägen seine Geschichten.

Das Phantom der Oper thematisiert die mystischen Gegensätze von Diesseits und Jenseits, von Unterwelt, Hässlichkeit und Grauen mit seinem Gegenpol von der menschlichen Sehnsucht nach Liebe, Schönheit und Erfolg. Die märchenhafte Geschichte vom ungeliebten Phantom, das dem Chormädchen als “Engel der Musik” erscheint und sie um den Preis bedingungsloser Liebe fördert und ihr mit Zauberkräften zu einer Karriere verhilft, darf auch psychologisch gedeutet werden.

Man mag das Phantom als Symbol der dunklen Seite eines jeden Menschen sehen, vielleicht die Fratze des Unterbewusstseins, das sich selbst für gering schätzt, dennoch die Schönheit der menschlichen Seele in sich trägt. Sein Tod bedeutet keineswegs ein Happy End, sondern gemahnt daran, dass die Schönen und Erfolgreichen für ihr Glück einen Preis zahlen müssen: Den Blick auf Abgründe, auf die Macht der (verdrängten) Vergangenheit, auf die Akzeptanz des vermeintlich Hässlichen, das sie auch in sich selbst tragen.

Das Phantom der Oper – Stoff für Musicalträume

Seit der Erfolgskomponist Andrew Lloyd Webber durch Zufall auf eine alte Ausgabe des Romans von Gaston Leroux stieß und sein darauf basierendes Musical 1986 im Londoner Westend Premiere feierte, begann für das Phantom ein weltweiter Siegeszug. 1988 kam Webbers Musical an den Broadway und erhielt die höchste Auszeichnung der Theaterbranche, den Tony-Award. Mit der deutschen Uraufführung des Phantoms von Webber 1990 im Hamburger Theater Neue Flora wurde, zusammen mit dem Musical Cats, der deutsche Musical-Boom ausgelöst.

Motiviert durch diesen Erfolg, begann Anfang 1992 die Karl Heinz Stracke Interworld Production mit den Aufführungen des Musicals PHANTOM von Kopit & Yeston, ebenfalls nach dem Roman von Gaston Leroux. Diese Produktion verzeichnete einen überragenden Erfolg – und dies obwohl Andrew Lloyd Webbers Phantom in Hamburg ein Publikumsmagnet ist und auch ein anderes “Phantom of the Opera” von Ken Hill als Tourneeproduktion unterwegs war. Das PHANTOM von Kopit & Yeston wurde in weniger als vier Jahren mehr als 1.000 Mal aufgeführt. Ein Beweis dafür, dass sich die Thematik um das Phantom noch lange nicht abgenutzt hat!

Der neueste Musical-Thriller PHANTOM DER OPER stammt aus der Feder von Karlheinz Freynik und Ingfried Hoffmann. Ursprünglich für den amerikanischen Markt geschrieben, ging dieses Musical im Herbst 1996 von Portugal aus auf Europatournee. Produzent Karl Heinz Stracke sah in diesem Musical ein noch musikalischeres und vor allem inhaltlich geschlosseneres Werk. Es wird komplett in deutscher Sprache aufgeführt.

Als Zuschauer ist man zunächst verwirrt: Das Phantom im Musical von Andrew Lloyd Webber ist ein grausames Phantom, eines, das mordet und geheimnisvoll entschwindet – Realität und Geisterwelt sind verknüpft, schwer zu sagen, ob das Phantom nun ein Mensch ist oder nicht. Aufwendige Bühnentechnik ist Voraussetzung für eine gelungene Aufführung dieser Phantom-Version.

Hoffmann und Freynik zeigen einen anderen Aspekt des Romans von Gaston Leroux: Die Legende vom Engel der Musik, die dem einfachen Mädchen Christine schon als Kind vom Vater erzählt wurde, stürzt eben diese Christine in die größte Verwirrung. Denn der Engel der Musik, an den Christine mit ihrem reinen Herzen glaubt, ist niemand anderes als Erik, das Phantom, der nicht nur zur ihre Stimme ausbilden möchte, er will sie besitzen! Das Phantom benutzt ihre Gläubigkeit an den Engel der Musik dazu, sie von ihren Freunden zu trennen, um Christine zu seinem Eigen zu machen. Er will mit ihr zusammen untergehen, eine andere Möglichkeit, so glaubt er, gibt es für ihn nicht mehr…

Die Klasse dieser Produktion beweist allein schon die internationale Besetzung: Inszenierung und Choreographie aus New York, Musik und Ballett aus Warschau und ein europäisches Spitzenensemble mit Darstellern vom Londoner Westend, aus Portugal und natürlich aus Deutschland.

„Vorhang Auf“ für eines der erfolgreichsten Musical-Themen unserer Zeit:
Das Phantom der Oper gastiert aufgrund des riesigen Erfolges nochmals in Passau – am 20.1.2010 um 20 Uhr in der Dreiländerhalle Passau!

Termine
Mi 12.01.2011, Passau | 20:00h , DreiländerhallePreiskategorie 1
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