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Boy

Boy

"One Great Song And I Could Change The World", was für ein Songtitel! Und mehr als das: Die zweite
Auskopplung aus dem kommenden Album von Swim Deep zeigt weiterhin in die neue Richtung, in die es
für das Quintett aus Birmingham geht. Wie schon die erste Single "To My Brother" klingen die Briten viel
elektronischer als auf dem Debütalbum "Where The Heaven Are We", auf dem sie mit ihrer ungewöhnlichen
Mischung aus Surf, Grunge and Ibiza Pop die Musikwelt in tiefes Erstaunen versetzten. Das
wird, so darf man erwarten, wieder so sein, wenn die kommende Platte veröffentlicht wird. Frontmann
Austin Williams hat gegenüber dem NME gesagt, Swim Deep wollten die Chart-Musik radikalisieren:
"Also haben wir uns Kanye Wests ,Yeezus‘ und Fleetwood Macs ,Rumours‘ genommen und mit Acid
House zusammengebracht." Der Sound verspricht metaphorisch gesprochen also weniger Skateboard
und mehr Discokugel, weniger Strand und mehr Club. Aber Swim Deep wären nicht die charismatische
Band, wenn sie nicht auch noch eine Kampfansage drauf hätten: "Mit der neuen Platte sind wir soweit:
Wir fühlen uns, als würden wir uns die Köpfe scheren und in den Krieg ziehen." Das klang martialisch.
Tatsächlich haben bei den ersten Gigs in Großbritannien alle Bandmitglieder noch ihr volles Haupthaar
gezeigt. Aber die Konzerte selbst waren deutlich zorniger und bissiger als noch die Auftritte vor zwei Jahren,
mit einem heulenden und schreienden Austin Williams und einer sehr konzentrierten Band, die auch
die alten Songs in neuem Gewand spielte. "We’re hungry and we’re angry", sagte er während eines
Festival-Auftritts und genau das war der Musik auch anzumerken. Swim Deep haben sich neu erfunden
und sind damit noch besser und lauter als je zuvor.

Foto: Benedikt Schnermann

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