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Dome of Rock

Dome of Rock

Line Up:

My Sleeping Karma
Ufomammut
Siena Root
The Shrine
Black Rainbows
Hypnos
Isaak
Earthship
Hemelbestormer
White Miles
Les Lekin
Mothers Cake
Doomina
Swanmay
Amer
Inside The Sun
Sahara Surfers
High Transition
Wulfmaster & The Dudes
Grey Czar
Torn From Earth



Wie war das noch einmal mit der mozärtlichen, kleinen Nachtmusik, die da im 18. Jahrhundert durch die engen Gassen Salzburgs säuselte und so manch feine Dame und edlen Herren dazu anregte, ein verzücktes, aber doch nobel verhalten geäußertes "Bravissimo!" von sich zu geben? Schon wieder vergessen. Denn, was einige nicht wissen: Zumindest die skatologische Textunterlage des dreistimmigen Kanons "Leck mir den Arsch fein recht schön sauber" stammt ebenfalls vom berühmten Sohn der Stadt an der Salzach – und genau diesen nimmt sich der heimische Veranstalter Capital City Agency wiederholt zu Herzen und präsentiert im zweiten Jahr in Folge, diesmal allerdings schon im Juli, in der Residenzstadt Fuzzgitarren statt Zauberflöten.

"Ihr Götter! Was ist das?", erschrickt Tamino in der Zauberflöte gar schaudernd, als ein Donnergrollen die Ankunft der Königin der Nacht ankündigt. Ähnliches entfleuchte wohl auch einem Gros der alteingesessenen Bevölkerung Salzburgs im September des letzten Jahres, als man in beiden Sälen des ehrwürdigen Rockhouse dazu anschickte, durch Mark und Bein fahrende Urakkorde auf der sprichwörtlichen 11 durch den Äther zu jagen: Das damals noch unter dem plakativen Titel "Stonerhead" firmierende Festival lieferte unter anderem mit den Szenegrößen The Sword und Karma To Burn, aber auch Geheimtipps wie Sunnata, The Loranes und vor allem Mantar einen formidablen Einstand. "Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo", schrieb Mozart 1777 an seinen Vater – doch beweisen die Verantwortlichen hinter dem Festival als Szenekenner mehr Geschick und wissen, es ist nicht der Exzess, sondern der gelungene Wechsel zwischen "grave" und "adagio" auf der einen, "presto" und "vivacissimo" auf der anderen Seite, der die musikalische Penetration am Pointiertesten geraten lässt. "Wie stark ist nicht dein Zauberton! Weil, holde Flöte, durch dein Spielen selbst wilde Tiere Freude fühlen", singt Tamino weiter im Text – und bräuchte sein Blasinstrument bloß gegen schlotternde Saiten tauschen, da würde er sich schon flugs gekonnt ins Programm einfügen.

Fürbass, lasst uns aber jetzt, im zweiten Jahr, das Festival von seiner griechischen Koketterie befreien, denn: Wozu mit Tamino schwülstig in die Ferne schweifen, liegt doch das Gute so nah? Und so öffnet sich die tonale Bong nicht nur einerseits mit dem neuen Namen "Dome Of Rock" nah entfernten Klängen, und dehnt sich andererseits reckend und streckend notwendigerweise auf einen dritten Tag aus, sondern setzt erneut – als sympathischer Antagonist zu den Festival-Granden – auf heimische Künstler, vermehrt noch als im ersten Jahr.
Man könnte darüber diskutieren, ob Österreich nicht nur große Söhne – wie es die ursprüngliche Bundeshymne verspricht –, sondern auch große Töchter – wie es der Neusprech formuliert – zu bieten hat. Man könnte sich aber auch, wie hier, in Salzburg, um das Wesentliche kümmern und geschlechtsbefreit heimische Musik fördern, und zwar fernab des plakativen, seelenlosen Mülls, den uns einschlägige Bewerbe und Medien schändlicherweise als das Herzstück der heimischen Kulturlandschaft verkaufen wollen. Hier, in den Untiefen des Rockhouse, finden sich gleich elf bemerkenswerte, dabei überaus diverse lokale Vertreter – und stellen damit gleich 50 Prozent des Billings. Das nennen wir einmal eine Quote!
Natürlich verschließt man sich nicht gänzlich einer Internationalität – ist man in der Kunst immerhin nicht so dümmlich, Grenzen zu ziehen und Zäune zu bauen. So werden The Shrine ins erlesene Billing eine Prise kalifornische Partystimmung einfließen lassen, während die Deutschen My Sleeping Karma für eine anschließend wundersame Traumreise sorgen werden, die vom italienischen Kater namens Ufomammut jählings unterbrochen wird.

Bespielt wird wie auch im letzten Jahr sowohl der große Konzertsaal, wie auch die kleinere Rockhousebar – und natürlich wird auch der gemütliche Biergarten für die Festivalgäste geöffnet sein. DJ-Sets am Anschluss an die letzte Band werden dafür Sorge tragen, dass man zwar in einem der nahe umliegenden Hotels früher oder später ins Bett gehen kann, aber nicht zwangsweise muss. Stände mit Merchandise und Kulinarik runden das Happening zudem ab und sorgen erneut für eine kleine, aber umso feinere Festivalatmosphäre – ganz entspannt inmitten des Luxus einer Landeshauptstadt.

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Juli 2017
Dome of Rock Donnerstag, 06.07.2017 - Samstag, 08.07.2017
Rockhouse-Bar, Salzburg, Österreich